Ozelot und Friesennerz

Susanne Matthiessen zu Gast in Lage

Lage. Susanne Matthiessen lässt in ihrem Roman „Ozelot und Friesennerz“ ihre Leserschaft in das Sylt der 1970er und 1980er Jahre eintauchen. Die Autorin ist als Tochter eines Pelzhändlers auf der Insel aufgewachsen. Sie präsentiert in dem 2021 erschienenen Buch ihre Kindheit: liebevoll, scharfzüngig, ironisch.

Das Buch handelt vom gesellschaftliche Wandel, den Sylt in den 1970er und 1980er durchlebte. Auf der einen Seite der aufkommende Massentourismus mit seinen Prominenten und rauschenden Partys, auf der anderen Seite Kritik am Tourismus, der das Gesicht der Insel nachhaltig veränderte.

Sonne, Freiheit, Champagner: In den Siebzigerjahren lassen Stars, Politiker und Industriegrößen des Wirtschaftswunderlands, aber auch viele andere Inselurlauber, den Alltag am Strand hinter sich ― und findige Sylter Unternehmer legen den Grundstein zu sagenhaftem Reichtum. Für Susanne Matthiessen ist das Sylt ihrer Kindheit ein faszinierender, aber auch gefährlicher Abenteuerspielplatz, bevölkert von außergewöhnlichen Menschen, in vielem typisch für diese Zeit. Von all diesen Begegnungen, aber auch dem schmerzhaften Verlust der Heimat erzählt die Autorin mit großer Leichtigkeit, scharfem Blick und Humor.“ So wird das Buch vom herausgebenden Ullstein-Verlag beschrieben (Ozelot und Friesennerz - Taschenbuch | ULLSTEIN)

Eingeladen wurde Susanne Matthiessen von Thorsten Pohle, Kürschner und Pelzdesigner, dessen Familienbetrieb es seit 1877 in Lage gibt. Die beiden kennen sich seit Jahren und verbindet eine enge Freundschaft. „Der Wandel der Gesellschaft, den Susanne in ihrem Buch beschreibt, setzt sich auch bis in unser Geschäft, das ich mit meiner Schwester Ina betreibe, fort. So erfährt Pelz im Upcycling heute wieder große Akzeptanz, da es nachhaltiger ist als jedes andere Kleidungsstück.“, so Thorsten Pohle.

Organisiert wurde die Lesung vom Förderverein Stadtbücherei Lage. Thorsten Pohle und Elisabeth Knuth, stellvertretende Vereinsvorsitzende, konnten rund 100 Gäste im Kulturzentrum Technikum begrüßen.

Die sehr sympathische und nahbare Autorin brachte das Publikum zum Lachen, zum Staunen und auch zum Nachdenken. Gerne signierte sie ihre Bücher, die die Gäste am Büchertisch der Buchhandlung Brückmann direkt erwerben konnten.

Das Foto zeigt (v.li.) Klaus Landrock, Thorsten Pohle, Susanne Matthiessen, Ferdinand Schmedding und Sabine Budde.

Text: Michael Biermann – Foto: Madeleine Biermann