Lage. Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Lage setzt sich dafür ein, die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Familie bei der Freiwilligen Feuerwehr nachhaltig zu verbessern. In einem aktuellen Antrag beauftragt die Fraktion die Verwaltung, zunächst den konkreten Bedarf an einer kurzfristigen Kinderbetreuung („Alarm-Nannys“) für Einsatzzeiten zu ermitteln. Im zweiten Schritt soll die Verwaltung prüfen, wie ein solches Modell in Lage praktisch umgesetzt werden könnte. „Immer mehr aktive Feuerwehrangehörige stehen bei einem Alarm vor dem Problem, spontan eine verlässliche Betreuung für ihre Kinder organisieren zu müssen. Gerade nachts oder außerhalb der üblichen Öffnungszeiten von Kitas und Schulen stellt dies eine große Problematik dar“, erläutert Martina Hannen, Fraktionsvorsitzende der Liberalen. „Wenn wir die Einsatzfähigkeit unserer Ehrenamtlichen langfristig sichern und junge Familien für dieses wichtige Engagement gewinnen wollen, benötigen wir hier neue Lösungsansätze“, so die Freidemokraten weiter. Vorbild für den Vorstoß ist ein innovatives Projekt aus Niedersachsen: Dort hat sich das Konzept der „Alarm-Nannys“ erfolgreich bewährt. Dabei erklären sich ehrenamtliche Betreuungspersonen (beispielsweise Nachbarinnen, Verwandte oder Angehörige von Feuerwehrleuten) bereit, im Alarmfall kurzfristig einzuspringen, damit Eltern ungehindert zum Einsatz ausrücken können. „Wir sehen darin eine große Chance, die Familienfreundlichkeit in der Feuerwehr zu stärken und Wertschätzung für das Ehrenamt praktisch erlebbar zu machen“, so Moritz von Eckardstein, sachkundiger Bürger im Ausschuss für öffentliche Ordnung, Sicherheit, Feuerwehr und Mobilität für die FDP. „Gerade in Zeiten des demographischen Wandels ist es entscheidend, die Rahmenbedingungen so attraktiv zu gestalten, dass sich auch künftig genügend Menschen für den Dienst in den Löschgruppen begeistern.“ Die FDP-Fraktion betont, dass es zunächst um eine fundierte Bedarfsanalyse geht. Sollte der Bedarf bestätigt werden, könne Lage mit einer Pilotphase Vorreiterin für andere Kommunen im Kreis Lippe werden.